Trøndelag,
eine der schönsten Versuchungen von
Norwegen
Ein sonniger Frühherbstmorgen im weit abgelegenen Schärengarten, meinem gefühlten Ende der Welt.
Dasitzen, gucken und in den jungen Tag hineinhören. Da geraten die Gedanken ins Trudeln, bleiben hängen an der freundlichen Chefstewardess, der bei der Begrüßung ihrer Fluggäste in der startenden
Bevor wir jedoch in die riesige Freiluftarena Mittelnorwegens für eine Woche mit unserem Leihwagen eintauchen, erkunden wir erst einmal inmitten einer fruchtbaren Hügellandschaft Trondheim, das erste Machtzentrum dieses norwegischen Königreiches. Wir, das sind Vater und Sohn Jörn Michael, die nach langer Zeit wieder einmal gemeinsam etwas unternehmen wollen und sich diese große Runde um den mächtigen Trondheimfjord ausgesucht haben.
Einen Steinwurf entfernt vom mittelalterlichen Trondheim haben wir uns einquartiert. Und zu diesen bunten Lager- und Kaufmanns-Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert zieht es uns dann auch gleich am ersten Abend hin. Lange verweilen wir auf der alten „Gamle Bybru“, der historischen
Langsam schreiten wir hinüber zur Ostseite ins ehemalige Arbeiterviertel „Bakklandet“ und finden eine gemütliche Kneipe. Dabei müssen wir am Ende dieses ersten Bierabends in dieser historischen Metropole, die scheinbar nur aus ihren 35 000 jungen Studenten zu bestehen scheint, etwas tiefer ins Portemonnaie greifen.
Gut ausgeschlafen winken wir auf dem Weg zur Krönungsstätte der norwegischen Könige, dem prachtvollen Nidarosdom, zur Statue von Wikingerkönig Olav Tryggvason hinauf, der hoch oben über seiner Stadt wacht. Schließlich sind die Norweger stolz auf ihren Vorreiter, der am Ende des 10. Jahrhunderts von hier aus die Christianisierung weiter Landesteile durchführen ließ und mit seiner
politischen Idee den Grundstein für ein einheitliches Land legte.
Nach dem historischen Musikmuseum lässt uns unsere freundliche Stadtführerin von ihrem Mann im familieneigenen, neuen Audi A6, chauffieren, da sie genau an diesem Tag Rückenschmerzen plagen. Und so zieht eine
High-Tech-Metropole gepaart mit herrlich alten Holzgebäuden an unserem Fenster vorbei. Dann geht’s immer bergan, unterbrochen für einen grandiosen Blick auf Trondheim mit seinem mächtigen Fjord, bis wir kurze Zeit später am Granåsen Ski Centre parken. Staunend schauen wir auf eine riesige Schanzenanlage, die Austragungsort des Skisprung-Weltcups 2010/2011 war und auf der uns jetzt eine Gruppe internationaler junger Damen entgegen springen, die auf speziellen Sommermatten sicher landen.
Am nächsten Morgen hat Jörn Michael das Navi unseres Leihwagens programmiert, das uns ins 168 Kilometer entfernte Grefsnesvågen auf die Schäreninsel Hitra leitet. Auf der Fahrt dorthin bleiben wir oft an faszinierenden Stellen stehen. Genießen das hügelige, fruchtbare und stark bewaldete Land an der Westküste Mittelnorwegens, bis uns eine seltsam rund geschliffene, kahle
Berglandschaft auf Hitra empfängt. Es ist eine andere Welt, in der das Leben nicht von schnelllebigen Trends geprägt, sondern von überlieferten Traditionen und dem Rhythmus der Natur bestimmt ist. In
Gute 180 Kilometer legen wir am nächsten Tag zurück, bevor wir nach einer halbstündigen Fährfahrt von Valset unser weiteres Tagesziel am frühen Nachmittag im Hafen von Brekstad in Ørland erreichen. Verschmitzt lächelnd empfängt uns Terje Bratberg, Direktor im Austråttburg-Adelsschloss, mit dem wir für eine außergewöhnliche Stadtführung verabredet sind. Ein kurzes Stück fahren wir mit unserem Wagen und stehen staunend auf einem kleinen Hügel, dem „Austrått-Fort“, vor einer mächtigen Küstenbatterie. „Dieser gewaltige Drillingsturm“, so erfahren wir, „wurde von den deutschen Besatzungstruppen 1942 von dem zerstörten Schlachtschiff „Gneisenau“ abmontiert und hier nach Lundahaugen bei Austrått transportiert. Es sollte mit seinen drei schweren 28 Zentimeter-Kanonen den Trondheimfjord sichern, wobei ihre Geschosse eine Reichweite von bis zu 42,6 Kilometer hatten.“
Wir haben das Glück, das unser listiger Führer einen Generalschlüssel besitzt, und so öffnen wir mit vereinten Kräften die dicke Stahltüre zum Geschützraum. Was uns hier an Technik empfängt, lässt uns den Atem verschlagen. Und so setze ich mich erst einmal sprachlos auf den Platz des Turmkommandeurs, der von hier aus mit allen Steuerständen im Turm und dem Maschinenraum durch Lautsprecher, eine interne Telefonverbindung und Sprechrohre verbunden war.
Sieben Bunkerstockwerke liegen unter uns. Und da will ich hinunter. Herr Bratberg begleitet uns noch einen Stockwerk tiefer auf die Maschinenplattform mit einer Unmenge an kleinen und großen
Wie der Hausherr vom Austråttburg-Adelsschloss uns dann später durch seine Gemächer führt, da wird mir klar, in welchen Schatz wir uns befinden. So wurde das Renaissance-Schloss im Jahre 1656 erbaut. Ehrfürchtig stehen wir dann später in der Burgkapelle, die bereits 400 Jahre älter ist und bestaunen das prunkvolle barocke Inventar.
Da täglich neue Ziele in unserem Rundreiseparadies Norwegen auf unserem Programm stehen, verschlägt es uns an diesem Mittwoch nach zweistündiger Fahrt über teilweise grandiose Straßen auf die Insel Stokkøya, nach Åfjord. Hier empfängt uns eine Oase für ruhesuchende Individualisten fernab von Shopping- und Vergnügungsmöglichkeiten. Da haben Torild und Roar 2009 ein puristisches
Ganz anders das Urlaubsfeeling in Nord- Trøndelag auf der Halbinsel Inderøy 120 Kilometer von unserer Insel Stokkøya entfernt. Da finden wir unser heutiges Domizil „Husfrua“ stolz hoch oben am
Am nächsten Morgen der Blick aus meinem kleinen Sprossenfensterchen hinüber zum Fjord: Das Wetter ist vielversprechend. Und so freue ich mich auf den „Goldenen Umweg“, eine gut 25 Kilometer lange Rundstrecke, an der sich 20 Trønder mit ihren Betrieben zusammengeschlossen haben. Neben Museen, Kunstgalerien, einem Skulpturenpark und einer Weberei sind es vor allem Bauernhöfe, die ihre Produkte wie Käse und Wurst auch gleich zum Verzehr anbieten. Wir entscheiden uns nach dem Besuch des kleinen Fischermuseums Jektafart in Kjerknesvågen für die Käserei Gangstad, in der uns Hilde Daling von ihren heimischen Kühen leckere Käse- und Hartwurstsorten kosten lässt. „Den Blauschimmelkäse,“ so erzählt sie stolz, „bestellt die norwegische Königin regelmäßig bei mir.“
Im kleinen Kramerladen Inderøy sitzen wir urgemütlich inmitten altem Mobiliar auf dem Dachboden und bekommen von Liv Elin frisches, selbstgebackenes Brot mit köstlich schmeckender Kürbis- Ingwer- und Zitronenmarmelade. Beim Sommerhonig verrät sie uns, dass ihr Mann den Bienenstock an die Küste bringt, so dass die Bienen völlig andere Blüten vorfinden als in ihrer gewohnten Umgebung.
Dann bricht für uns die letzte Etappe unserer einwöchigen Rundreise in Stiklestad an. Wir sind auf den Spuren von Wikingerkönig Olav II. Haraldsson, der im Jahre 1030 hier im Kampf gegen ein weit stärkeres Bauernheer, die unterstützt wurden von Truppen einiger Kleinfürsten, gefallen ist. Die siegreichen Kleinfürsten, die nichts von ihrer Macht und dem Glauben an ihre alten Götter abgeben wollten, erkannten aber auf Grund vieler weiterer Auseinandersetzungen sehr schnell, dass die Ziele von Olav II. gar nicht so falsch waren. Und als sie den toten König aus seinem Sandhügel ausgruben, um ihn in einem würdigen Grab in Nidaros zu bestatten, stellten sie erstaunt fest, dass die Leiche kaum verwest war. Darauf hin wurde der tote König heilig gesprochen. Vermutlich wurde danach der mächtige Nidarosdom über seinem Grab errichtet.
Nun stehe ich hier in der Stiklestadkirche, die dem Heiligen Olav geweiht ist und entdecke den Stein, an dem er tödlich niedergesunken und Gott um Vergebung gebeten haben soll. Er liegt gut gehütet hinter dem Altar.
Schnell werfen wir noch einen Blick auf den benachbarten Mittelalterhof Stiklastadir. Hier erfahren wir, wie das Leben der Menschen kurz vor der Schlacht ausgesehen haben muss.
Später, nur einige Stunden später, hebt unsere 737 ab und entschwindet über einem Land, dessen Weite und Einsamkeit wir eine Woche lang erleben durften. Und während das Land dort unten immer weiter im Abenddunst unserem Blick entzogen wird, kommen die Erinnerungen an die vielen freundlichen Trønder, die bescheiden auf ihren Höfen inmitten ausgedehnter Wälder oder einsam in ihren kleinen Fischerhäusern leben. An die unendlich vielen Seen rechts und links unserer einsamen Straßen und die vielen Autostops an wildromantischen Schluchten und Fjorden, an denen sich das Auge nicht satt sehen konnte. Trøndelag, eine der schönsten Versuchungen von Norwegen: Wir kommen zurück.
Gerd Krauskopf
Infos:
Unsere Reiseroute in Trøndelag:
1. Station Vom Trondheim Airport Værnes nach Tronheim, 31 km
2. Von Trondheim nach Grefsnesvågen auf Hitra, 168 km
3. Von Grefsnesvågen nach Austrått fort, Ørland, 180 km
4. Von Brekstad, Ørland nach Stokkøya, Åfjord, 95 km
5. Stokkøya, Åfjord nach Sakshaug Straße 44 A - Inderøy, 180 km
6. Von Inderøy nach Stiklestad, 40 km
7. Von Stiklestad zum Trondheim Airport Værnes, 66 km
Unsere Hotels:
1. Trondheim das Hotel Scandic Solsiden
Beddingen 1, 7014 Trondheim
Tel: +47 21 61 46 00
Fax: +47 21 61 46 11
E-mail: solsiden@scandichotels.com
http://www.scandichotels.com/solsiden?cmpid=ppcno_201102281342. in Grefsnesvågen auf Hitra
AngelAmfi
Jaci Heyne
Grefsnesvågen, 7243 Kvenvær
Tel: + 47 72 46 53 00
Fax: +47 72 44 55 96
E-post: post@angelamfi.comhttp://www.angelreisen.de/angelreise-nmans.html
Ein wahres Anglerparadies!
3. in Brekstad das Ørland kysthotell
Rådhusgaten 10, 7130 Brekstad,
Tel: +47 725 13300
Fax: +47 725 13301
Email: post@kysthotell.no
http://www.tourist-online.de/Unterkunft_176495
Hier hat der Hoteldirektor Bengt Selfors mit viel Liebe jedes Zimmer mit einem eigenen Konzept versehen.
Die Küche präsentiert fantasievolle nordische Cuisine.
4. Hotel auf Stokkøya das Stokkøya Sjøsenter
7178 Stokkøy
Tel. +47 72 53 43 28
Fax +47 72 53 43 90
Email: post@stokkoy.no
http://www.stokkoy.no/
Hier haben Torild Langklopp und ihr Mann Roar Svenning ein sehr eigenwilliges Designhotel, mit modernem Lifestyle-Ambiente errichtet. Das Restaurant mit einzigartiger Panoramasicht liegt unmittelbar am Wasser.
5. Hotel in Inderøy
Husfrua
Büro-Adresse Sakshaug Straße 44 A 7670 Inderøy
http://www.husfrua.no/
In diesem schönen, alten Holzhaus kommen Kindheitserinnerungen an die eigenen Großeltern auf.
Von der Holzterrasse ist der Blick grandios auf den Fjord. Die kleinen, alten Stuben sind liebevoll eingerichtet.
6. Hotel in Stiklestad
Stiklestad National Culture Center
Stiklestad Nasjonale Kultursenter,
Leksdalsvegen 1
7650 Verdal
Tel: + 47 74 04 42 00
Fax: + 47 74 04 42 11
E-mail: stiklestad@snk.nohttp://www.stiklestad.no/international/english/
Das Hotel befindet sich in dem Kultur-Center und ist eine inspirierende Symbiose aus Historie und modernem Baudesign. Hier hat man die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden und so eine spannende architektonische Mischung erzielt.
Flugverbindungen:
http://www.lufthansa.com
Wir sind mit der Lufthansa von Frankfurt nach Trondheim in etwas über 2 Stunden geflogen.
Reiseführer:
Zur Vorbereitung den Polyglott APA GUIDE Norwegen, für unterwegs den Polyglott on tour Norwegen mit flipmap.
Weitere Informationen über die Region Trøndelag:
http://www.trondelag.com/de
Email: touristinfo@trondelag.com
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